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Montag, 21. August 2017

Aktuelle Insolvenzen und "Wie kann das denn sein ?"

Die Namen werden wieder bekannter bei den Insolvenzfällen in Deutschland.

Diesem Monat melden Air Berlin und die Firma Touratech (Motorradzubehör) Insolvenz an.

Bei Air Berlin hat sich die Pleite schon in den letzten Monaten abgezeichnet, Flugausfälle, Verspätungen und hohe Verluste haben die Insolvenz angekündigt.....

Anders bei Touratech, einem sehr erfolgreichen Unternmehmen der Mortorradbranche, hier wurde dem Unternehmen angeblich der Erfolg und die Erweiterung zum Verhängnis. Die Erweiterung eines Produktions- und Lagergebäude sei zu spät umgesetzt worden, schreibt Insolvenzverwalter Dirk Pehl. Schwierigkeiten mit der Technik des neuen Gebäudes sollen zu weiteren Produktionsverzögerungen geführt haben, sodass es zu einem Liquiditätsengpass und schließlich zur Insolvenz kam.

 Kurios, aber auch der Erfolg schütz nicht vor einer Insolvenz.

Mittwoch, 12. Juli 2017

Die WCF Finetrading GmbH stellt ihren aktiven Geschäftsbetrieb zum 30. Juni 2017 ein. Die WCF erfüllt selbstverständlich bestehende Verträge und unterstützt seine Kunden und Interessenten weiterhin beim Einsatz von Finetrading.

http://www.wcf-finetrading.de/de/pressemitteilungen/wcf-stellt-geschaeftsbetrieb-ein

Mittwoch, 26. April 2017

Insolvenzanfechtung: Reformgesetz in Kraft getreten

Die jahrelange Überzeugungsarbeit des BvCM hat endlich Früchte getragen: Das "Gesetz zur Verbesserung der Rechtssicherheit bei Anfechtungen nach der Insolvenzordnung und nach dem Anfechtungsgesetz“ ist am heutigen Tage in Kraft getreten.

Für Insolvenzverfahren, die nach dem 5. April 2017 eröffnet werden, gilt nun:

- der Anfechtungszeitraum für Deckungshandlungen (Bezahlung von erbrachten Lieferungen und Leistungen) ist von zehn auf vier Jahre reduziert

- in diesen Fällen wird hinsichtlich der Kenntnis von der „drohenden“ an die „eingetretene“ Zahlungsunfähigkeit angeknüpft, wenn eine sogenannte kongruente Deckung vorlag

- Wenn der Gläubiger dem Schuldner  Zahlungserleichterungen/Zahlungsaufschub gewährt hat, wird vermutet, dass er eine etwaige Zahlungsunfähigkeit nicht kannte

- So genannte sind nur noch anfechtbar,  wenn der Gläubiger erkannt hat, dass sein Schuldner unlauter gehandelt hat

- Für Arbeitsentgelte wurde der Zeitraum für das Vorliegen von Bargeschäften auf bis zu drei Monate festgeschrieben

- Anfechtungsansprüche werden nur noch ab Verzugseintritt (nicht beginnend ab Insolvenzeröffnung) verzinst

Die neuen Regeln gelten nur für Insolvenzverfahren, die nach Inkrafttreten des Gesetzes eröffnet werden. Hiervon ausgenommen ist die Regelung zu den Verzugszinsen.
Der BvCM hatte sich seit 2013 massiv für diese Reform eingesetzt, nachdem die völlig  ausgeuferte höchstrichterliche Rechtsprechung zur Vorsatzanfechtung für große Verunsicherung bei den betroffenen Gläubigern gesorgt hatte. Sie stellt einen echten Meilenstein zur Wiederherstellung des Vertrauens im Rahmen der Gewährung von Lieferantenkrediten dar.

Abzuwarten bleibt, wie die Gerichte mit den neuen Regelungen umgehen werden. Die Aussichten, zu mehr Rechtssicherheit und zu als gerechter empfundenen Ergebnissen zu gelangen, sind jedenfalls gut. Wir werden die Entwicklung aufmerksam beobachten und zu gegebener Zeit Bilanz ziehen, ob die Reform den hohen Erwartungen gerecht werden konnte.

Quelle: 05. April 2017, PASCHEN Rechtsanwälte PartGmbB

Cinram: Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung

Die Alsdorfer Cinram GmbH zieht die Reißleine: Der Hersteller von CDs, DVDs
und Blu-rays mit rund 1030 Mitarbeitern will sich neu ausrichten und hat deshalb Antrag
auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltungsverfahren gestellt.
Das Amtsgericht Aachen hat dies am Mittwoch angeordnet. Der Betrieb soll in vollem Umfang
fortgeführt werden.
Im Rahmen des Verfahrens wird die Geschäftsleitung von Restrukturierungsexperten unterstützt.
Details zu dem Schritt will das Unternehmen am Donnerstag erläutern. Zuletzt war bekannt
geworden, dass Cinram mit Universal Pictures zur Jahresmitte einen wichtigen Kunden verlieren
wird.
Cinram: Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung

Quelle: http://www.aachener-zeitung.de/lokales/nordkreis/cinram-insolvenzverfahren-in-eigenverwaltung-1.1605611

Die Alsdorfer Cinram GmbH zieht die Reißleine: Der Hersteller von CDs, DVDs und Blu-rays mit rund 1030 Mitarbeitern will sich neu ausrichten und hat deshalb Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltungsverfahren gestellt.

Cinram: Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung - Lesen Sie mehr auf:
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/nordkreis/cinram-insolvenzverfahren-in-eigenverwaltung-1.1605611#plx615610122

Die Alsdorfer Cinram GmbH zieht die Reißleine: Der Hersteller von CDs, DVDs und Blu-rays mit rund 1030 Mitarbeitern will sich neu ausrichten und hat deshalb Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltungsverfahren gestellt.

Cinram: Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung - Lesen Sie mehr auf:
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/nordkreis/cinram-insolvenzverfahren-in-eigenverwaltung-1.1605611#plx615610122




Dienstag, 11. April 2017

FSV Frankfurt stellt Insolvenzantrag

Der FSV Frankfurt hat Antrag auf Insolvenz gestellt. Dies hat der Drittligist am heutigen Dienstag offiziell bekanntgegeben. Der Klub, der im Sommer 2016 aus der 2. Bundesliga abgestiegen war, gibt als Grund Zahlungsunfähigkeit an.

Quelle:
http://www.dfb.de/news/detail/fsv-frankfurt-stellt-insolvenzantrag-165558/?no_cache=1&cHash=c427c5aa73b947e35898f6a67cb13022&utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+Insolvenz-portal+%28Insolvenz-Portal+Alle+News%29

Dienstag, 21. März 2017

Presseerklärung der Alemannia Aachen GmbH

Schweren Herzens haben sich Geschäftsführung und Aufsichtsrat der Alemannia Aachen GmbH aufgrund der zu beachtenden rechtlichen Vorschriften entschlossen, am heutigen Tag Insolvenzantrag beim Amtsgericht Aachen einzureichen. Der Antrag wurde wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Dieser Schritt war erforderlich geworden, nachdem trotz intensivster Bemühungen unter anderem die Verhandlungen mit einer Investorengruppe bis in die vergangene Woche ohne Erfolg geblieben waren. Die Option, gemeinsam mit einem starken Investor eine Rückkehr in den Profifußball anzustreben, scheiterte trotz guter sportlicher Leistung nicht zuletzt an der nach wie vor ablehnenden Haltung großer Teile von Fangruppierungen sowie an Rechtsunsicherheit infolge des zuletzt vom BFH erlassenen Beschlusses zur möglichen Besteuerung von Sanierungsgewinnen.

Der TSV Alemannia Aachen e.V. ist durch den Insolvenzantrag nicht betroffen.

Gleichzeitig erklärt der Aufsichtsrat der Alemannia Aachen GmbH gemeinschaftlich seinen Rücktritt.

Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Christian Steinborn: „ Wir bedauern zutiefst, dass diese Maßnahmen trotz des unermüdlichen Einsatzes von Mitarbeitern und der Unterstützung unserer Sponsoren, denen wir zu Dank verpflichtet sind, alternativlos geworden sind. Der Insolvenzantrag ist ein für alle sehr schwerer Schritt, stellt aber in der schwierigen Gesamtsituation die einzige Handlungsalternative dar. Wir werden auch nach dem Rücktritt die dann neuen Verantwortlichen nach besten Kräften unterstützen, um diesem einzigartigen Club doch noch eine wirtschaftliche Perspektive zu ermöglichen.“
Es wird erwartet, dass das Gericht die ersten Weichen zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebs stellen und einen vorläufigen Insolvenzverwalter ernennen wird.

Quelle: Alemannia News

Freitag, 17. Februar 2017

Insolvenzanfechtung: Reformgesetz verabschiedet

Die jahrelange Überzeugungsarbeit hat sich gelohnt: Das vom Bundesverband Credit Management e.V. (BvCM) und seinen Mitstreitern eingeforderte Reformgesetz wurde am 16. Februar 2017 mit den Stimmen sämtlicher im Bundestag vertretener Parteien bei Enthaltung der Linksfraktion beschlossen.
In dem Gesetzgebungsverfahren kam es zuletzt aufgrund heftiger Kritik wegen der befürchteten Einführung eines Fiskusprivilegs durch die Hintertür zu massiven Verzögerungen. Insgesamt ein Jahr dauerten die Diskussionen um die mit der Reform zugleich vorgesehene Änderung des §131 InsO. Die Reformgegner witterten ihre Chance und schlugen vor, dass auf eine Änderung der Rechtslage dann lieber ganz verzichtet werden solle.

Der BvCM hatte seinen Forderungen zuletzt mit einem offenen Brief an die Minister Maas und Dr. Schäuble Nachdruck verliehen. Die Teilnehmer des Bundeskongresses des Verbandes machten darin nochmals die Dringlichkeit der Reform angesichts der spürbaren Auswirkungen der Anfechtungsthematik auf die Bereitschaft zur Vergabe von Lieferantenkrediten deutlich.
Der zwischen den Vertretern der Ministerien letztlich erreichte Kompromiss verzichtet dann auch komplett auf eine Änderung der Anfechtungsregeln im Zusammenhang mit Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, wie sie in § 131 InsO geregelt sind. Umgesetzt worden sind hingegen fast alle Forderungen aus der Wirtschaft. Insbesondere gelten jetzt folgende Änderungen für die Vorsatzanfechtung

- Der Anfechtungszeitraum für Deckungshandlungen (Bezahlung von erbrachten Lieferungen und Leistungen) wurde von zehn auf vier Jahre reduziert.

- In diesen Fällen wird hinsichtlich der Kenntnis nicht mehr an die „drohende“, sondern  an die „eingetretene“ Zahlungsunfähigkeit angeknüpft, wenn eine sogenannte kongruente Deckung vorlag. Dies ist der Fall, wenn die Art und Weise der Zahlung den ursprünglich getroffenen Vereinbarungen entsprach.

- Wenn der Gläubiger dem Schuldner  Zahlungserleichterungen/Zahlungsaufschub gewährt hat, wird vermutet, dass er eine etwaige Zahlungsunfähigkeit nicht kannte –  der Insolvenzverwalter muss in diesen Fällen den (Gegen-)Beweis führen, dass der Gläubiger doch hiervon Kenntnis hatte.

- Sogenannte Bargeschäfte (zwischen Leistung und Gegenleistung liegt ein kurzer Zeitraum) sind nur noch anfechtbar,  wenn der Gläubiger erkannt hat, dass sein Schuldner unlauter gehandelt hat.

- Für Arbeitsentgelte wurde der Zeitraum für das Vorliegen von Bargeschäften auf bis zu drei Monate festgeschrieben.

- Anfechtungsansprüche werden nur noch ab Verzugseintritt (nicht beginnend ab Insolvenzeröffnung) verzinst.

Die neuen Regeln gelten nur für Insolvenzverfahren, die nach Inkrafttreten des Gesetzes eröffnet werden. Hiervon ausgenommen ist die Regelung zu den Verzugszinsen. In der Hoffnung, der bisherigen Handhabung Einhalt zu gebieten, bei der Anfechtungsansprüche gerne als Kapitalanlage von Seiten des Insolvenzverwalters gesehen wurden und ihre Geltendmachung daher bis kurz vor Verjährung zurückgestellt wurde, um in den Genuss von Verzugszinsen zu gelangen, sollen die neuen Verzugszinsregelungen ab Inkrafttreten des Gesetzes für alle Insolvenzverfahren gelten, unabhängig davon, ob zu diesem Zeitpunkt bereits eröffnet oder nicht.

Die Reform stellt einen echten Meilenstein zur Wiederherstellung des Vertrauens im Rahmen der Gewährung von Lieferantenkrediten dar. Zum Inkrafttreten des Gesetzes bedarf es keiner Zustimmung des Bundesrats; dieser hat lediglich die Möglichkeit, durch seinen Einspruch dafür zu sorgen, dass das Thema nochmals im Vermittlungsausschuss behandelt werden muss. Sollte der Bundesrat in der für den 10. März 2017 anberaumten Sitzung erwartungsgemäß auf einen Einspruch verzichten, kann das Gesetz noch im März in Kraft treten. Abzuwarten bleibt nun, wie die Gerichte mit den neuen Regelungen umgehen werden. Die Aussichten, zu mehr Rechtssicherheit und zu als gerechter empfundenen Ergebnissen zu gelangen, sind jedenfalls gut.
Der BvCM wird die weitere Entwicklung in diesem Zusammenhang aufmerksam beobachten und zu gegebener Zeit Bilanz ziehen, ob die Reform den hohen Erwartungen gerecht werden konnte.

Quelle: 17. Februar 2017, BvCM e.V.